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Workshops

Phase 1; 13.00 - 15.15 Uhr
Nr.1 - Versammlungsrecht in der Praxis
Nr.2 - Die extreme Rechte und der "Kampf um die Parlamente"
Nr.3 - Anforderungen an ein erfolgreiches Blockadekonzept
Nr.4 - NS-Hardcore - "Trendsetter" in Thüringen
Nr.5 - Homophobie im Fußball
Nr.6 - "Nichts als das Leben" - Film und Gespräch mit dem KZ-Überlebenden Thomas Geve Nr.7 - Demosani - Hilfe zur Selbsthilfe

Phase 2; 15.45 - 18.00 Uhr
Nr.7 - Demosani - Hilfe zur Selbsthilfe
Nr.8 - Das Ende der Geschichte? Kapitalismuskritische Rezeption von Kultur und Nationalstaat
Nr.9 - Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen
Nr.10 - "Neonazis, Autonome, Neue Rechte, Kommunisten - alles Extremisten? Kritik am Extremismusmodell und alternative Problembeschreibungen"
Nr.11 - Zur Kritik des "zivilgesellschaftlichen" Ungehorsams
Nr.12 Antifaschismus. Als Leitidee noch tauglich

Phase 1; 13.00 - 15.15 Uhr

Nr.1: Versammlungsrecht in der Praxis

Referent: Steffen Dittes
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit schützt nicht nur das Durchführen von Versammlungen in geschlossenen Räumen oder unter freien Himmel, sondern auch die Teilnahme an Versammlungen Anderer. Auch in der politischen Auseinandersetzung mit dem organisierten Rechtsextremismus spielt das Versammlungsrecht eine nicht unwichtige Rolle. Der zivile Ungehorsam in Form gewaltfreier Blockaden als Versuch, diese Aufmärsche zu verhindern, wird durch Polizei und Staatsanwaltschaften als nicht rechtmäßig eingeordnet.
Der Workshop bietet einen Überblick über das Versammlungsrecht, gibt eine Einführung in die praktische Anwendung und beantwortet Fragen insbesondere zu versammlungsrechtlichen Möglichkeiten und Grenzen im Protest gegen Neonazis.

Nr.2: Die extreme Rechte und der "Kampf um die Parlamente"

ReferentInnen: Pea Pawelskus (NiP), Pascal Begrich (Miteinander e.V.)
Charakter: Input und Diskussion
Beschreibung/Inhalt: Nach fast zweieinhalb Jahren Parlamentsarbeit von extrem rechten Mandatsträgern in den Thüringer Kreistagen und Stadträten wird im Rahmen des Projektes "Nazis in Parlamenten" eine erste Zwischenbilanz gezogen. Bei der Betrachtung der parlamentarischen Aktivitäten der Nazis und der Umgehensweise der demokratischen Fraktionen bildet die Region Gera einen besonderen Schwerpunkt.
Ergänzend und vor dem Hintergrund der aktuellen Wahlergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beleuchtet ein weiterer Beitrag das Verhältnis rechtsextremer Parteien zum Parlamentarismus und gibt eine Einschätzung zu den Wahlergebnissen sowie zu ihren Auswirkungen auf die extreme Rechte.

Nr.3: Anforderungen an ein erfolgreiches Blockadekonzept

ReferentInnen: Aktionsnetzwerk Jena - Zusammenarbeit mit BGR Gera ausdrücklich erwünscht
Charakter: Input und Diskussion
Beschreibung/Inhalt: Das Aktionsnetzwerk Jena hat in Reflexion der gelungenen, aber auch der nicht erfolgreichen Blockadeaktionen der letzten Jahre Anforderungen an ein Blockadekonzept formuliert (öffentlicher Blockade-Aufruf, personelle Unterstützerliste, Aktionskonsens, Strukturen für den Aktionstag), die ein großes Maß an Sicherheit, Transparenz, Mitbestimmung, Wirksamkeit und Solidarität sichern. Diese wollen wir vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren.

Nr.4: NS-Hardcore - "Trendsetter" in Thüringen

Referent: Martin Langebach, Soziologe und Referent des Vereins "Argumente & Kultur gegen Rechts e.V."
Charakter: Interaktiver Vortrag mit Diskussion
Beschreibung: NSHC ist in der neonazistischen Musikszene ein wichtiger Trend, der die Szene im vergangenen Jahrzehnt maßgeblich verändert hat - nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern auch in Bezug auf den Lifestyle.
Der Vortrag handelt von der Entstehung des NSHC, seiner ersten Orientierung am normalen Hardcore und schließlich seiner Selbstvermarktung unter dem Label "hatecore" beziehungsweise heute "nshc", von der Veränderung des Lifestyles und dessen Rückwirkung auf das neonazistische Spektrum und letztendlich der Bedeutung dieser Musikform im RechtsRock. Eng ist der NSHC mit Thüringen verbunden. Deswegen ist eine Auseinandersetzung mit ihm angebracht. Die ersten und bis heute wichtigen Bands kommen aus Altenburg - einst eine Hochburg des normalen, alternativen Hardcores.

Nr.5: Homophobie im Fußball

ReferentInnen: Hintertorperspektive e.V.
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: "Schwule Sau" schreit sich am besten aus einer großen Masse heraus. Alle hören zu, einige machen mit. Im Alltag scheint dies fast undenkbar, im Fußballstadion ist es üblich. Wir wollen mit euch diese Problematik durchdenken und Handlungsoptionen aufzeigen.

Nr.6: "Nichts als das Leben" - Film und Gespräch mit dem KZ-Überlebenden Thomas Geve

ReferentInnen:Thomas Greve
Charakter: Vortrag
Thomas Geve verbrachte insgesamt 22 Monate seiner Jugend in den Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Bekannt wurde er durch seine Zeichnungen über den KZ-Alltag , die er direkt nach der Befreiung noch in Buchenwald auf postkartengroßen Zetteln anfertigte. 50 Jahre nach seiner Befreiung erzählt Thomas Geve dem 13-jährigen Josua im Film "Nichts als das Leben" seine Geschichte. Über seine Kindheit, über die Lager, die Selektion, über Kälte, Hunger, Einsamkeit... Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit, mit Herrn Geve ins Gespräch zu kommen.

Thomas Geve lebt heute in Haifa/Israel und ist seit 10 Jahren regelmäßig in Deutschland.

Nr.7: Demosani - Hilfe zur Selbsthilfe

ReferentInnen: Aktionsnetzwerk Jena
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Das Konzept beinhaltet grundlegende Überlegung zur Bildung einer Demosanigruppe (Selbstverständnis, Organisation), Ausführungen zu erster Hilfe und typische Demo-Verletzungen. Praktische Übungen nehmen einen wichtigen Teil des Workshops ein.

Phase 2; 15.45 - 18.00 Uhr

Nr.7: Demosani - Hilfe zur Selbsthilfe

ReferentInnen: Aktionsnetzwerk Jena
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Das Konzept beinhaltet grundlegende Überlegung zur Bildung einer Demosanigruppe (Selbstverständnis, Organisation), Ausführungen zu erster Hilfe und typische Demo-Verletzungen. Praktische Übungen nehmen einen wichtigen Teil des Workshops ein.

Nr.8: Das Ende der Geschichte? Kapitalismuskritische Rezeption von Kultur und Nationalstaat

Referenten: Erik Bodenstein, Martin Margraf (Jusos Thüringen)
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Wir leben in einer Zeit, in der Nationalstaaten als allgemeine Gegebenheit aufgefasst werden. Dabei wird oft vergessen, dass sie - genau wie Kultur insgesamt - Konstrukte sozialer Verbände sind. Das Seminar beschäftigt sich mit der Entstehung von Nationalstaaten und klärt darüber auf, welche Funktion sie in Verbindung mit Kultur in einer kapitalistisch organisierten Welt haben. Darüber hinaus sollen Debatten aufgegriffen werden, die sich mit dem Wandel von Staatlichkeit in einer globalisierten Welt auseinandersetzen. In einem kritischen Prozess erarbeiten wir so Perspektiven, die über den Status quo hinausgehen.

Nr.9: Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen

ReferentInnen: Flüchtlingsrat Thüringen e.V.
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Für Flüchtlinge ist es oftmals schwer, ihre trotz aller Diskriminierungen bestehenden Ansprüche durchzusetzen oder sich gegen willkürliches Behördenhandeln zur Wehr zu setzen.
Unzulänglich informierende MitarbeiterInnen auf den Behörden, Unkenntnis über ihre Rechte als Flüchtlinge sowie Sprachbarrieren sind Alltag. Der Workshop gibt Menschen, die Flüchtlinge bei Behördengängen begleiten und unterstützen möchten, einen Einblick in den Behörden- und Paragrafendschungel, klärt über die wichtigsten Rechte und Pflichten in Verwaltungsverfahren auf und gibt mithilfe praktischer Übungen hilfreiche Tipps für den Umgang mit Behörden und BehördenmitarbeiterInnen.

Nr.10: "Neonazis, Autonome, Neue Rechte, Kommunisten - alles Extremisten? Kritik am Extremismusmodell und alternative Problembeschreibungen"

ReferentInnen: Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR), Leipzig
Charakter: Vortrag mit reichlich Diskussion
Beschreibung/Inhalt: Extremismus-Klausel, Programme gegen jeden Extremismus, Warnung vor extremistischem Terror - die Rede vom politischen Extremismus ist gerade nahezu allgegenwärtig. Was damit gemeint ist, scheint intuitiv einleuchtend und wird in der "Extremismustheorie" auch wissenschaftlich bestimmt. Doch welcher Logik folgt das E- Modell? Worin liegen die (gewollten oder ungewollten) gesellschaftlichen und politischen Effekte dieses Modells? Was ist das Problem an dieser Wirklichkeitsbeschreibung? Im zweiten Teil des Workshops fragen wir: Wenn es nicht "(Rechts-)Extremismus" ist, über welches Problem oder welche Probleme reden wir dann? Wo sollte die kritische Auseinandersetzung einhaken? Dies soll (auch mit Hilfe von Beispielen) erarbeitet und diskutiert werden.

Nr.11: Zur Kritik des "zivilgesellschaftlichen" Ungehorsams

ReferentInnen: JURI - Linke Gruppe
Charakter: Praxisworkshop
Beschreibung/Inhalt: Der Begriff und die Praxis des zivilen Ungehorsams werden in Thüringen vor allem von Gruppen bestimmt, die sich selbst mit dem Label einer antifaschistischen "Zivilgesellschaft" identifizieren. Sie verstehen sich als Korrektiv exekutivstaatlichen Handelns, welches die Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft schützt. Die Zivilgesellschaft - so stellt der marxistische Theoretiker Antonio Gramsci heraus - ist jedoch keineswegs ausgleichendes Element von Herrschaft, sondern dessen (in der Regel) nicht-bewaffneter Teil. Sie ist mit dem Bestehenden weitestgehend einverstanden. Im Workshop werden Praxis und Theorie dieser Form einer Kritik unterzogen. Gleichzeitig wird trotz der Kritik versucht, nach emanzipatorischen Potenzialen dieses Ansatzes zu suchen sowie nach Verbindungspunkten mit anderen politischen Formen wie dem Begriff Widerstand oder widerständischen Praxen gesellschaftskritischer Gruppen.

Nr.12: Antifaschismus. Als Leitidee noch tauglich?

ReferentIn: David Begrich (miteinander e.v.)
Charakter: Vortrag mit Diskussion"
Antifaschismus? Für viele Menschen scheint die Leitidee durch die DDR diskreditiert. Alles wurde dort letztlich mit dem moralischen Imperativ des Antifaschismus legitimiert. In der politischen Propaganda der DDR verkam der Antifaschismus zur starren Leerformel, der Breite ihrer inhaltlichen Zuschreibungen beraubt. Heute gilt Antifaschismus in konservativen Kreisen als linksextremer Kampfbegriff. Ist er für eine emanzipatorische und demokratische Bildungsarbeit in der Auseinandersetzung mit der extremen Rechten zu retten? Der Workshop fragt nach den Wurzeln und Irrwegen des Konzepts Antifaschismus und diskutiert die Frage, was er heute beinhalten sollte.