Startseite Aktuelles Programm Workshops Anfahrt Links Kontakt Presse Downloads 2008

Workshops

Zeitablauf

Vorstellung der Workshops

  1. Iran: Die Revolte gegen das Regime, die Bedrohung Israels und die Rolle Deutschlands
  2. Menschenrechte auf dem Prüfstand
  3. Der Antisemitismus ist auch nicht mehr das, was er mal war...
  4. "Coburg und sein Convent - rechter Konsens in Aktion"
  5. Gegen jeden Extremismus - Was ist falsch am Extremismusbegriff?
  6. »Geschichtsarbeit von unten«?
  7. Demo 1x1 und Bezugsgruppen Training
  8. Blockade Training
  9. Emails verschlüsseln mit PGP
  10. Rechtsextremismus entgegen treten - Argumentieren und Agieren
  11. Handlungsempfehlungen gegen Nazis in Kommunen und Kommunalparlamenten
  12. Rechtsextremismus im Betrieb
  13. Aktiv gegen Rechts an der Schule?! Workshop zur gemeinsamen Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten

Iran: Die Revolte gegen das Regime, die Bedrohung Israels und die Rolle Deutschlands

Referent: Stephan Grigat
Die "Islamische Republik" hätte sich im Iran kaum 30 Jahre an der Macht halten können, wenn ihr aus Europa nicht mit politischer Nachsicht und ökonomischer Kooperation begegnet worden wäre. Gerade Deutschland und Österreich waren Vorreiter bei der Unterstützung eines Regimes, das nicht erst seit Ahmadinejad, sondern seit 1979 zur Vernichtung Israels aufruft, Minderheiten, Gewerkschafter, Oppositionelle und Homosexuelle systematisch verfolgt, Männer und Frauen dem Tugendterror der Scharia aussetzt und mit seinem Nuklearprogramm nicht nur für Israel eine existenzielle Bedrohung darstellt. Neben einer Kritik des anhaltenden deutsch-europäischen Appeasement gegenüber Teheran soll der Vortrag Perspektiven der Revolte gegen das iranische Regime skizzieren.
Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Uni Wien und arbeitet für die Kampagne www.stopthebomb.net in Österreich. Mitherausgeber des Bandes "Der Iran - Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer", Herausgeber von "Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus", Autor von "Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus". .

Menschenrechte auf dem Prüfstand

Referent: Michael Stade
Es wird gezeigt, wie staatliche Ausgrenzungsmaßnahmen Rassismus und Rechtsextremismus fördern. Wenn bestimmten Menschengruppen unveräußerliche Grundrechte beschnitten werden, erscheinen diese Menschen als minderwertig, deren Sichtweisen auf die Gesellschaft wird unterdrückt. Ungleichbehandlung vor dem Gesetz verschleiert die Ursachen von Spannungen, an der Stelle von staatlichem Handeln erscheinen die Opfer als Sündenböcke.
Es sollen zivilgesellschaftliche Aktionsformen erarbeitet werden, mit welchen täglich praktizierte Grundrechtsverletzungen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Politik soll dem Schutz der Menschenwürde wieder mehr Beachtung schenken.

Der Antisemitismus ist auch nicht mehr das, was er mal war...

Referent: Florian Eisheuer
Das "Erfolgsrezept" des Antisemitismus ist bekanntlich seine Fähigkeit, als Verwandlungskünstler in immer neue Kleider zu schlüpfen. Diese Flexibilität des Ressentiments erschwert seine erfolgreiche Bekämpfung, denn nur wer Antisemitismus erkennt, kann auch erfolgreich gegen ihn vorgehen. Beginnend mit mittelalterlichen Formen des Antisemitismus werden wir uns im Workshop gemeinsam zu seinen zeitgenössischen Erscheinungsformen in Deutschland vorarbeiten und mögliche Handlungsstrategien diskutieren. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Frage gelegt werden, über welche Formen der Umwegskommunikation das Ressentiment im postnazistischen Deutschland weiterexistiert.

"Coburg und sein Convent - rechter Konsens in Aktion"

ReferentIn: CARA , Coburger Aktionsbündniss gegen rechtsradikale Aktivitäten
Der Coburger Convent (CC) ist ein Zusammenschluss von annähernd 100 pflichtschlagenden und farbentragenden Studentenverbindungen. Mehrere Tausend Anhänger treffen sich jedes Jahr zu Pfingsten in Coburg zum Pfingstkongress. Der Verband versucht seine rechtskonservativen bis reaktionären Ansichten unter einem unpolitischen Anstrich zu verbergen.
Wir wollen mit euch in einer ersten Phase Faktenwissen und theoretischen Background zum Thema schaffen. In der zweiten Phase möchten wir gemeinsam Handlungsstrategien entwickeln die darauf abzielen, die Duldung des Coburger Convents in der SPD-regierten Kleinstadt langsam aber sicher zum Kippen zu bringen. Wir freuen uns auf eure Erfahrung und werden euch an unserer teilhaben lassen.

Gegen jeden Extremismus - Was ist falsch am Extremismusbegriff?

ReferentIn: INEX Leipzig
Obwohl die Extremismusformel empirisch widerlegt ist, hat sich der Begriff politisch durchgesetzt. Nicht nur Verfassungsschutz und CDU-PolitikerInnen dient er als Erklärungsmodell und Handlungsanleitung. Mit jedem Beitrag über »politisch motivierte Jugendgewalt«, mit fast jeder Veröffentlichung zu Rassismus, Antisemitismus und anderen Elementen nationalsozialistischer Ideologie wird er aufs Neue kolportiert. Er ist die Grundlage der bundesdeutschen Förderprogramme gegen Nazis. Mit ihm werden Volksfeste, Fußballturniere und Lampionumzüge gegen Gewalt ausstaffiert. Die meisten ProtagonistInnen der Zivilgesellschaft sind »Gegen Extremismus und Gewalt« und die Begriffe »Rechts- und Linksextremismus« werden von der wissenschaftlichen Forschung bis hin zu antifaschistischen Gruppen ganz unkritisch verwendet. Der Workshop soll darlegen, warum dieser Begriff abgelehnt werden muss, welche Konsequenzen er auf politisches Handel hat und warum eine Auseinanderzusetzung um ihn / gegen ihn nur innerhalb einer grundsätzlichen Gesellschaftskritik geführt werden kann.

»Geschichtsarbeit von unten«?

ReferentIn: Geschichtsgruppe des ehemaligen Besetzten Hauses
Hier sollen Beispiele von nichtstaatlicher- und städtischer Geschichtsarbeit / Geschichtspolitik aus verschiedenen Städten vorgestellt und diskutiert werden. Angefragt werden ein antifaschistische Projekt für eine Gedenkstätte des ehemaligen Mädchen KZ Uckermark, das Projekt "Faites Votre Jeu" aus Frankfurt/Main (im ehemaligen Gefängnis Klapperfeld) und ein unabhängiges Netzwerk zur Geschichtsarbeit von unten im KZ Buchenwald. Dabei sollen die Unterschiede zu offzieller Geschichtsarbeit im Vordergrund stehen. Welche Orte und Themen werden von staatlicher / städtischer Seite nicht beachtet bzw. verschwiegen? Welche inhaltlichen Schwerpunkte legen Geschichtsprojekte von unten im Gegensatz zur staatlich / städtisch geförderten Geschichtsarbeit? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus der nichtgeförderten Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte?

Demo 1x1 und Bezugsgruppen Training

Referent: Trainer AK Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena
In dem Workshop Demo 1x1 wird der Aktionskonsens des Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus vorgestellt. Es folgt eine Einführung in juristische Grundlagen und Konsequenzen sowie Verhaltengrundlagen für die Teilnahme an Demonstrationen. Als praktische Übung wird ein Demo-Rucksack gepackt. Weiter gehen wir darauf ein, wie man sich auf eine Demo vorbereiten kann, geben Empfehlungen für das Verhalten während und nach einer Demo. Das Bezugsgruppenkonzept sowie Möglichkeiten zur schnellen Entscheidungsfindung und einige Handzeichen zur Verständigung werden vorgestellt. Einige Situationen können durchgespielt werden. Wir gehen darauf ein, wie man sich verhalten kann, wenn es zu polizeilichen Zwangsmaßnahmen kommt.

Blockade Training

Name: Trainer AK Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Jena
In dem Workshop Blockade Training wird der Aktionskonsens des Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus vorgestellt und über Ohnmacht und gewaltfreien Umgang mit Konfliktsituationen diskutiert. Insbesondere wird auf Sitzblockaden eingegangen, Techniken vorgestellt und ausprobiert. Es wird versucht, aus verschiedenen Perspektiven diese Situation erlebbar zu machen. Hervorgehoben wird die Bedeutung der Bezugsgruppe und wie wichtig es ist, ein Gefühl für die Gruppe zu bekommen, da es um gemeinsames Handeln geht. Auf juristische Aspekte und Risiken wird hingewiesen. Ein gewaltfreies umgehen und durchfließen von Hindernissen kann probiert werden.

Emails verschlüsseln mit PGP

Referent: Matthias Fischer, JAPS Jena
Potentiellen Angreifern stehen eine Reihe legaler und illegaler Methoden zur Verfügung, sich Zugriff auf die Inhalte elektronischer Kommunikation zu verschaffen. Dagegen kann man sich schützen -- mittels Verschlüsselung. Das gilt nicht nur für politische Aktivisten, sondern jedermann.
Das ist ebenso relativ bekannt wie die entsprechende Software. Dennoch wird Verschlüsselung selten eingesetzt. Das liegt auch daran, dass es Laien teils schwer fällt, sich selbst einzuarbeiten. Dieser Workshop ist so angelegt, dass Menschen ohne einschlägige Vorkenntnisse nachher die Emailverschlüsselung mit PGP im Alltag sicher anwenden können -- bei minimalem Mehraufwand.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Wenn möglich, eigenen Laptop mitbringen. Eine vorherige Anmeldung ist *zwingend* erforderlich: japs@japs-jena.de, Betreff: PGP-Workshop.

Rechtsextremismus entgegen treten - Argumentieren und Agieren

ReferentInnen: Melanie Pohner und Steffen Dittes
In der Straßenbahn, im Arbeitskontext oder abends beim Bier: Oft genug begegnen uns rechte Sprüche, subtile oder offene Diskriminierung bis zu tätlichen Übergriffen. Häufig sehen wir dann zu, fallen uns die besten Argumente später ein oder trauen wir uns nicht, aktiv einzugreifen, weil uns ein sicheres Auftreten fehlt. Damit lassen wir unakzeptablem Verhalten Raum, ärgern uns aber über unsere passive Haltung.
In dem Workshop geht es um aktive Reaktionsmöglichkeiten für die Zurückweisung diskriminierender Handlungen. Neben Grundsätzen zum Reagieren werden argumentative Entgegnungen und verbale Auseinandersetzungen geübt.
Angemessenes Verhalten in tätlichen Übergriffssituationen und Anhaltspunkte für eine möglichst realistische Gefahreneinschätzung werden diskutiert.

Handlungsempfehlungen gegen Nazis in Kommunen und Kommunalparlamenten

Sabine Berninger (MdL, DIE LINKE, Stadträtin in Arnstadt)
Mit dem Fall der 5 %-Hürde bei Kommunalwahlen konnten in Thüringen 23 Neonazis in die Parlamente einziehen. Damit kann die NPD erstmals die kommunale Infrastruktur für ihre Politik nutzen. Es besteht die Gefahr, dass die Mandate als "demokratische" Teilhabe toleriert und zum örtlichen Politikalltag werden.
Reicht es aus, nicht neben diesen in den Parlamentsbänken sitzen zu wollen? Mit den Argumenten der NPD (öffentlich) auseinandersetzen oder rechts liegen lassen? Mit Ausgrenzung reagieren oder kommunale Satzungen ändern?
Wie kann eine Strategie der konsequenten Abgrenzung gegen NPD-Mandatsträger aussehen? Wie kann eine solche aussehen, die neben den parlamentarischen Notwendigkeiten die gesellschaftlichen Ursachen für die (Wahl-)erfolge der Rechtsextremen im Blick hat?

Rechtsextremismus im Betrieb

Jan Eckert, Bildungsreferent der IG Metall
Rechtsextremismus begegnet uns in allen Lebensbereichen. Wie definieren wir Rechtsextremismus? Dem müssen wir überall Zivilcourage entgegensetzen. Was verstehen wir unter Zivilcourage? Das gilt auch für die Arbeitswelt und den Betrieb. Wie kann mit rechtsextremen Äußerungen im Betrieb umgegangen werden? Und wir beschäftigten uns mit Betriebspolitik und Menschenrechten. Wie finden sich Verbündete im Betrieb? Diese hier gestellten und andere Fragen diskutieren wir im Workshop und entwickeln gemeinsam Handlungsansätze. Denn: Zivilcourage bedeutet, auf­ merksam und aktiv zu sein.

Aktiv gegen Rechts an der Schule?! Workshop zur gemeinsamen Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten

ReferentIn: n.a.s.e. (Netzwerk antifaschistischer Schüler_innen Erfurt)
In diesem Workshop wollen wir darüber diskutieren, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn menschenverachtendes Gedankengut an Schulen vorhanden ist und unter Umständen sogar zunimmt.
Vor dem Hintergrund dass viele Verantwortliche, Schüler_innen, Lehrkräfte und Eltern die Augen vor dem Problem verschließen und mitunter versuchen Schüler_innen in ihrem antifaschistischen Engagement zu behindern, hat sich vor einiger Zeit das Netzwerk antifaschistischer Schüler_innen Erfurt (n.a.s.e.) gegründet.
Wir wollen uns mit Interessierten austauschen und gemeinsam Strategien entwickeln, um rechten Einstellungen keinen Raum zu lassen.