Freitag, 06. November
Treffen Mahngang
16:15 Uhr
Markt 1, Nordhausen
Mahngang
16:30 – 18:30
Mahngang mit Zwischenkundgebungen
Der historische Weg zeigt anhand exemplarischer Orte die nationalsozialistische Durchdringung des politischen wie kulturellen Lebens und die Geschichte von Verfolgung und Zwangsarbeit in Nordhausen.
Im vormals liberal geprägten Nordhausen erhielt die NSDAP bereits bei den Reichstagswahlen vom Juli 1932 die Mehrheit der Stimmen. Bald nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 übernahm die NSDAP auch auf der lokalen Ebene die Macht. Die Nationalsozialist:innen etablierten ein politisches System nach ihren Vorstellung, das alle Gesellschaftsbereiche durchdrang. Nur wenige Menschen in Nordhausen stellen sich dem entgegen. Viele wurden verfolgt, aus der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt und ermordet.
Seit Kriegsbeginn gehörten Zwangsarbeiter:innen zum Stadtbild. Nahezu alle Nordhäuser Firmen vom Handwerksbetrieb bis zur traditionsreichen Kautabakindustrie profitierten von der Zwangsarbeit ausländischer Männer, Frauen und Kinder. Mit der Verlagerung der Raketen- und Flugzeugrüstung in Stollenanlagen rund um Nordhausen entwickelte sich der Südharz im letzten Kriegsjahr zudem zu einem Rüstungszentrum, in dem zehntausende KZ-Häftlinge, ausländische Zivilarbeiter:innen und Kriegsgefangene arbeiten mussten.
Abendessen
19:00 Uhr
vegan/ vegetarisches Abendessen
Ort folgt
Kultur am Abend
20:00 Uhr
Antifaschistischer Glücksspiel–Abend
Green Island Hasseröder Str. 8 NDH
Zwei Freundinnen aus Jena, zwei Generationen, Antifaschismus als gemeinsame politische Leidenschaft und erstaunlich unterschiedliche Vorstellungen davon, wann ein Witz lustig ist. Sie pöbeln, streiten, lachen und spielen: am liebsten mit euch und immer gegen Faschos.
Ob Musikbingo, Quiz oder Hot Takes der Linken Szene: mit unnützem Wissen, aber immer auch mit dem Versuch politische Bildung mit unterzubringen, Humor und der festen Überzeugung, dass man Nazis nicht nur auf allen Ebenen bekämpfen muss, sonder, sich dabei auch prächtig amüsieren sollte, versuchen sie, für gute Momente und manch Lacher zu sorgen.
Denn wie sollte man sonst die ganze Scheiße durchhalten?
Was genau am Abend zum Ratschlag stattfindet entscheidet ihr: Ob antifaschistisches Bingo, Quiz oder Antifa-Ratschlag Duell oder ein Mix aus allem, hängt von euch und eurer Lust ab.
Samstag, 07. November
Einlass
9:00
Herder-Gymnasium Nordhausen
Wiedigsburg 7/8, 99734 Nordhausen
Eröffnung
9:45 – 10:15
Begrüßung
Aula
Podiumsdiskussion
10:15 – 12:15
„Angriff auf den Sozialstaat – Was tun als linke Bewegung“
Aula
Der Sozialstaat steht unter Druck: Soziale Sicherungssysteme werden infrage gestellt, Leistungen gekürzt und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt.
Wie können wir als linke Bewegung den Angriffen auf den Sozialstaat etwas entgegensetzen? Wie verbinden wir soziale Kämpfe mit antifaschistischer und antirassistischer Praxis?
Aus unterschiedlichen Perspektiven wollen wie diese Fragen auf dem Podium diskutieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam darüber nachdenken, welche Antworten und Handlungsmöglichkeiten sich daraus für unsere politische Praxis ergeben.
Pause
12:15 – 13:30
vegan/ vegetarisches Mittagessen
Workshopphase 1
13:30 – 15:30
Workshops, Vorträge etc.
Pause
15:30 – 16:15
Kaffee und Kuchen
vernetzen und schwatzen
Workshopphase 2
16:15 – 18:15
Workshops, Vorträge etc.
Pause
18:15 – 18:45
Kuchenreste essen
vernetzen und schwatzen
Abschlussplenum
18:45 – 19:15
Raum für Feedback, Termine etc
Aula
Ratschlag-Abschlußparty
20:00
vegan/ vegetarisches Abendessen
und
Party, Bands, DJs
Eintritt auf Spendenbasis
Kreismusikschule Nordhausen
Freiherr-vom Stein-Straße 1 NDH
LineUp:
Häck/Mäck – RAP, Eisenach
Bad Posture – Punk, NDH
Noch ne Band – Krach, Irgendwoher
Hexenpult – Trance/Techno
Workshopphase 1
Samstag 07. November
13:30–15:30
Lassen sich migrantische Kolleg*innen schlecht(er) organisieren?
Workshop mit Klaudia Schölzel, Tina Morgenroth
Im Workshop werden wir uns mit der Frage beschäftigen, ob und falls ja, warum sich migrantische Kolleg*innen schlechter gewerkschaftlich organisieren lassen.
Gemeinsam wollen wir über Erfahrungen von Arbeitsunrecht ins Gespräch kommen.
Anschließend werfen wir einen Blick auf politische und gesellschaftliche
Rahmenbedingungen, welche die Arbeitskontexte von Migrant*innen in Thüringen belasten.
Die Referentinnen werden Beispiele aus ihrer Praxis in der Anlauf- und
Beratungsstelle „Faire Mobilität in Thüringen“ teilen, aber auch versuchen aktuelle Bezüge zu Gesetzesverfahren herzustellen. Abschließend wollen wir besprechen,
welche Auswirkungen das auf gewerkschaftsnahe Organisationen und kollektive Ansätze hat.
Infos zum Workshop
- EINS
- ZWEI
Rechtsruck im Betrieb
Vortrag von Jenny Rotter, Jan Rottenbach
Der Rechtsruck mach keinen Halt am Werkstor. Einzelne Arbeiter:innen und zum Teil große Teile von Belegschaften tragen (extrem) rechtes Gedankengut in sich und
mobilisieren zunehmend. Dabei finden sie mitunter in der Pseudogewerkschaft „Zentrum“ ihre Vertretung. Wie stellt sich das „Zentrum“ auf, welches Personal steckt
dahinter
und wie können demokratisch organisierte DGB Gewerkschaften dem begegnen?
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
„Was tun?“ – Erarbeitung von Handlungsstrategien während oder nach einem Angriff aus Motiven der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit
Workshop/ Skillsharing/ Austauschraum mit EZRA
Die Fallzahlen von Gewalttaten aus Motiven der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit bewegen sich seit Jahren auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Allein im Jahr 2025 wurden von ezra 181 Angriffe in Thüringen verzeichnet, bei denen mindestens 292 Menschen direkt oder indirekt betroffen oder mitangegriffen waren. Bei den Betroffenen hinterlassen diese Angriffe, neben konkreten physischen Verletzungen, häufig Gefühle der Ohnmacht, Angst, aber auch der Wut und dem Bedürfnis nach Handlungssicherheit. Es ergeben sich vielfältige Fragen z. B. zur Einordnung des Erlebten, nach rechtlichen Möglichkeiten, aber auch nach Handlungsmöglichkeiten in einer konkreten Situation. Anhand von Fallbeispielen möchten wir mit euch einige Optionen erarbeiten und dabei auch Raum geben zum Erfahrungsaustausch.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Konfliktbearbeitung in verhärteten Zeiten – Teil 1
Workshop mit Julia Legge
Der Workshop geht über beide Workshop-Phasen und hat eine begrenzte Teilnehmer*innen Zahl von 25 Personen. Konflikte zeigen sich derzeit oft in Spaltungen und verhärteten Fronten, innerhalb der Linken, innerhalb von (politischen) Gruppen, Freund*innenkreisen und Familien. Debatten werden vermeintlich auf der Sachebene im Schlagabtausch ausgetragen. In diesem zweiteiligen Workshop, würde ich mich gerne mit euch der Frage nähern, wie wir mit Blick auf unsere gemeinsamen Werte, Konflikte austragen und bearbeiten können, in der Kontakt wieder möglich wird. Mit meinem Hintergrund als Trainerin und Beraterin für Konfliktbearbeitung bringe ich Modelle und Übungen aus dem A.T.C.C. Ansatz für Konfliktbearbeitung mit und freue mich, mit euch an den konkreten Beispiel zu arbeiten, die ihr erlebt.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Stadtteilgewerkschaften –
eine organisierte soziale Bewegung aufbauen
Aktive aus Stadtteilgewerkschaften aus Thüringen und Sachsen-Anhalt
In den letzten Jahren sind in Jena, Erfurt und vielen anderen Städten in Deutschland Stadtteilgewerkschaften entstanden. Dieser Ansatz hat das Potential eine reale Gegenmacht von Unten aufzubauen und dem Rechtsruck auf einer grundlegenden und sozial nahen Ebene entgegen zu wirken. Wir wollen euch vorstellen, wie man eine solche Organisation aufbaut, wie die konkrete Arbeit nach dem Beratungs-Organisierungs-Ansatz aussieht und euch Mut machen, das in eure Strukturen zu tragen und in euren Städten aufzubauen.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Verdolmetschung auf arabisch, englisch, russisch möglich
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Was tun wenns brennt –
für Anfänger*innen und alte Hasen
Workshop mit der Roten Hilfe OG Erfurt
In unserer Beratungspraxis stellen wir immer häufiger fest, dass die Grundlagen im Umgang mit Polizei und Gerichten nicht mehr geteiltes Wissen sind.
Doch
dafür gibt es eine Lösung – kommt zum Workshop und sprecht mit uns über eure Repressionserfahrungen. Doofe Fragen gibt es nicht, wir arbeiten nach dem Motto:
Solidarität ist eine Waffe – lasst uns lernen, wie wir sie verwenden können.
Die Rote Hilfe ist ein Solidaritätsverein mit dem Ziel, gemeinsam und solidarisch auf Repression zu reagieren – durch politische Begleitung von Prozessen und
Verfahren, aber auch mit finanzieller Hilfe. Bei der Veranstaltung gibt die RH-Ortsgruppe Erfurt einen allgemeinen Überblick über Formen von Repression und die
Möglichkeiten, ihr zu begegnen.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Antisemitismus und Antifeminismus / Transfeindlichkeit. Das Begehren der hassenden Subjekte.
Vortrag von Lara Wenzel
Mit dem Amtsantritt Trumps baut seine Regierung gezielt die Rechte von trans- und non-binären Personen zurück. Die Politik der Republikaner ist eines von vielen Beispielen für die rechte Mobilisierung gegen queere Menschen. Ob es die Angst vor dem Einfluss einer im Hintergrund agierenden „Queerlobby“ oder die Sorge vor der Auslöschung einer biologistischen Idee von Weiblichkeit ist, Queer- und Transness dient in einem breiten politischen Spektrum als Hassobjekt.
Diese Verschwörungserzählungen weisen eine antisemitische Struktur auf.
Der Vortrag untersucht die Ähnlichkeit von Antisemitismus und Transfeindlichkeit auf psychoanalytischer Ebene.
Mit dem Ansatz von Elisabeth Young-Bruehl lassen sich diese Vorurteile auf die Begehrensstruktur und Abwehrmechanismen der Subjekte zurückführen. So wird nachvollziehbar, welche Funktion(en) Antisemitismus und Queer- und Transfeindlichkeit in der Psyche der hassenden Subjekte einnehmen.
Aber auch Vorurteilsstrukturen gegen Queers, die Sexismus und Rassismus ähneln, lassen sich mit den Vorurteilstypen nach Young-Bruehl entschlüsseln.
Neben einem Analysezugang auf subjektiver Ebene diskutieren wir auch, in welchem Verhältnis die gewaltsame Verteidigung der cis-hetero Norm zur kapitalistischen Wert- und Eigentumsform steht.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Der perfekte Mann!?
Männlichkeitsideale zwischen Faschismus und TikTok
Workshop mit Leon Mechtold
Was haben nationalsozialistische Skulpturen und aktuelle Körperideale auf TikTok gemeinsam? Der Workshop „Der perfekte Mann!? Männlichkeitsideale zwischen
Faschismus und TikTok“ beschäftigt sich mit der Entstehung, Wirkung und Verbreitung idealisierter
Körperbilder und schlägt dabei eine Brücke zwischen der Kunst
im Nationalsozialismus und heutigen Social-Media-Trends. Im Mittelpunkt steht die Skulptur Bereitschaft (1939) des Bildhauers Arno Breker, der als einer der
bekanntesten Künstler des NS-Regimes gilt. Anhand des Werkes wird untersucht, wie ein idealisierter und scheinbar unverwundbarer männlicher Körper zur Vermittlung
politischer Ideale eingesetzt wurde. Dabei werden die historische Einordnung der Skulptur und ihre Funktion als Ausdruck nationalsozialistischer Macht und
Propaganda thematisiert. Anschließend richten wir den Blick auf das sogenannte Looksmaxxing, eine insbesondere über Social-Media verbreitete Bewegung zur
systematischen Optimierung des eigenen Aussehens. Im Workshop wird beleuchtet, welche Körperideale dabei vermittelt werden, wie diese mit Perfektion und
gesellschaftlichem Status verknüpft sind und welche Rolle Algorithmen bei der Verbreitung entsprechender Inhalte spielen. Lasst uns gemeinsam die Wirkung
idealisierter Körperbilder kritisch analysieren, historische Zusammenhänge erkennen und uns für die Mechanismen von Social-Media-Algorithmen sensibilisieren.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Ermordet, aber nicht vergessen – Gedenken an Todesopfer rechter Gewalt in Thüringen
Workshop/ Skillsharing/ Austauschraum mit EZRA
Mit dem Abschluss des unabhängigen wissenschaftlichen Gutachtens zu Todesopfern rechter Gewalt in Thüringen
seit 1990 werden die Einschätzungen von
Zivilgesellschaft und Opferberatung bestätigt: Die Forschenden empfehlen die Einordnung von neun weiteren Todesopfern (insgesamt zehn). Altenburg, Arnstadt, Bad
Blankenburg, Erfurt, Gera, Saalfeld und Nordhausen sind die Orte tödlicher Angriffe. Wie wird mit der Erinnerung vor Ort umgegangen, welche Ansätze des Gedenkens
wurden verfolgt und was sind zentrale Herausforderungen? Wir laden (ehemalig) Aktive und Interessierte ein, Erfahrungen auszutauschen und Impulse für ein
angemessenes Erinnern zu diskutieren. Der Workshop bietet Raum zum Austausch mit dem Ziel, Impulse für die
weitere Erinnerungsarbeit in den Regionen zu setzen.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Immer Ärger mit der Ausländerbehörde
(und anderen Ämtern)
Austauschraum/ Vernetzung mit Aktiven aus Nordhausen
Lebst du in Nordhausen und hast Probleme mit der Ausländerbehörde oder anderen Ämtern?
Wir organisieren einen Workshop für alle Migranten und Migrantinnen in
Nordhausen, in dem wir über die Probleme mit der Ausländerbehörde und anderen Ämtern sprechen wollen. Wir wollen uns gemeinsam darüber
austauschen was auf den
Behörden in Nordhausen falsch läuft und wie wir uns dagegen wehren können.
Wenn du dich an der Diskussion beteiligen möchtest oder Ideen hast, was gute
Gegenstrategien sind, dann komm gerne zum Workshop. Wir freuen uns über viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen- nur wenn wir viele sind, sind wir stark!
Verdolmetschung auf arabisch, farsi, französisch, ukrainisch, Kurdisch möglich
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Wer bestimmt, was Gewalt ist? –
Eine moralphilosophische und erkenntnistheoretische Analyse des Konzepts der Definitionsmacht
Vortrag von N.N.
Angehörige marginalisierter Gruppen sind häufig negativen Identitätsvorurteilen ausgesetzt, aufgrund derer sie auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt, in ihrer Ausbildung,
innerhalb des Polizei- und Justizwesens sowie im alltäglichen Leben Benachteiligungen erfahren. Neben diesen ihnen primär zugefügten Schädigungen widerfährt jedoch
häufig ein weiteres Übel: epistemisches (epistḗmē (altgriech.) = Wissen/Erkenntnis) Unrecht. Damit kann zum einen gemeint sein, dass Aussagen von Betroffenen
aufgrund von Identitätsvorurteilen ein Mangel an Glaubwürdigkeit zuteil wird. Zum anderen können Lücken
in den kollektiven Interpretationsressourcen,
Betroffenen die Möglichkeit nehmen, ihre Erfahrungen auf sinnvolle Weise zu deuten. (vgl. Fricker; 2023; S. 23) In Ansehung dieser Formen des Unrechts etablierten
Feminist*innen der zweiten Welle der Frauenbewegung verschiedene Konzepte der Definitionsmacht auf deren Grundlage die
ersten autonomen Frauenhäuser in
Deutschland gegründet wurden. Trotz ihres unbezweifelbaren innergesellschaftlichen Mehrwerts werfen diese Konzept jedoch allerlei moralphilosophische und
erkenntnistheoretische Probleme auf. Diese sollen im Vortrag dargestellt und anschließend gemeinsam besprochen werden.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Workshopphase 2
Samstag 07. November
16:15–18:15
Rackets und Autoritarismus
Vortrag von Thorsten Fuchshuber
Die Debatten über Aufrüstung, Zeitenwende und Wehrpflicht werden in Deutschland maßgeblich mit dem Blick auf Russland geführt. Dabei droht der Gegenstand hinter
politischen Projektionen zu verschwinden. Der Vortrag nimmt die aktuelle Debatte zum Anlass, genauer nach den gesellschaftlichen und staatlichen Bedingungen von
Militarismus und autoritärer Herrschaft zu fragen.
Ausgehend von der Analyse des „Systems Putin“ als instabiler Herrschaftsform, die auf der Rivalität
verschiedener Machtfraktionen – sogenannter Rackets – beruht, soll das Verhältnis von Staat, Autoritarismus und Militarismus bestimmt werden. Wie lässt sich
Russland mit dem Begriff des Rackets verstehen – und was lässt sich damit über gegenwärtige Entwicklungen in Deutschland aussagen?
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Konfliktbearbeitung in verhärteten Zeiten – Teil 2
Workshop mit Julia Legge
Der Workshop geht über beide Workshop-Phasen und hat eine begrenzte Teilnehmer*innen Zahl von 25 Personen
Konflikte zeigen sich derzeit oft in Spaltungen und verhärteten Fronten, innerhalb der Linken, innerhalb von (politischen) Gruppen, Freund*innenkreisen und
Familien. Debatten werden vermeintlich auf der Sachebene im Schlagabtausch ausgetragen.
In diesem zweiteiligen Workshop, würde ich mich gerne mit euch der
Frage nähern, wie wir mit Blick auf unsere gemeinsamen Werte, Konflikte austragen und bearbeiten können, in der Kontakt wieder möglich wird. Mit meinem Hintergrund
als Trainerin und Beraterin für Konfliktbearbeitung bringe ich Modelle und Übungen aus dem A.T.C.C. Ansatz für Konfliktbearbeitung mit und freue mich, mit euch an
den konkreten Beispiel zu arbeiten, die ihr erlebt.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Bring back our neighbours!
Let’s fight together against Deportation!
Workshop/ Skillsharing/ Exchange Room with Netzwerk SoliAsyl Thüringen
We want to find collective strategies against the deportation system in Europe and very concretely here in Thüringen, in our citys and villages. Persons of two political groups in Thüringen will share their experiences and then we want to discuss possible strategies for Thüringen – based on the model „Bring back our neighbours“ from our friends from Sachsen.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: Englisch
- Übersetzung in Deutsch, Arabisch, Farsi, Französisch, Ukrainisch, Kurdisch
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Diskussion zum Aufruf
Austauschraum mit Tobias Mann
Der Aufruf ist mehr als nur ein Werbetext für den Ratschlag. Jedes Jahr versucht das Orga-Team aktuelle, wichtige Themen in Thüringen und darüber hinaus zu benennen, kurz zu besprechen und sich damit zu positionieren. Dieses Jahr wollen wir Raum zur Diskussion über den Aufruf geben. Wir sind gespannt an welchen Stellen Ihr den Aufruf kritisiert, welche Themen Euch noch wichtig sind und wo Ihr uns vielleicht. Auch zustimmt. Wir freuen uns auf Euch
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Danke (queere) Antifa! Über nachhaltige Strategien beim Support vom CSDs
Vernetzungsangebot mit QueerAntifa Thüringen & friends
Queerfeindlichkeit ist eine Brückenideologie der extremen Rechten, gerade im Umfeld von CSDs deutlich wird. Antifaschist*innen reagierten darauf vor allem damit,
auch ihre Aktivitäten in das Umfeld von CSDs zu verlegen. Es wurden gemeinsame Anreisen organisiert, Funktionen vor Ort übernommen und die Organisator*innen bei der
Planung unterstützt. Gleichzeitig zeigte sich in diesem Jahr, dass auch die Behörden zunehmend repressiv gegen queere Demonstrationen vorgehen, beispielsweise durch
Verweigern von Kooperationsgespräche oder das Durchsetzen rechtswidriger Auflagen.
Gemeinsam mit anderen solidarischen Menschen wollen wir auf die aktuelle
CSD-Saison zurückblicken und mit euch gemeinsam darüber diskutieren, wie auch über die Demonstrationen hinaus dauerhafte Formen queerer Organisation und
Selbstermächtigung auch in ländlichen Gebieten gestaltet werden können.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Worüber wir streiten müssen. – Konflikte, Spaltungen und Gemeinsamkeiten in der radikalen Linken.
Buchlesung mit Karl Meyerbeer
Linke Politik ist geprägt von Konflikten: Zwischen Anarchismus und Kommunismus, Reform und Revolution, Kollektiv und Individualismus, Antinationalismus und
internationaler Solidarität. Wer sich links verortet, landet schnell in Debatten, die so alt wie aktuell sind.
Das Büchlein »Worüber wir streiten müssen«
bietet einen Überblick zu zentralen Konfliktlinien linker Theorie und Bewegung. Es erzählt von historischen Auseinandersetzungen und heutigen Grabenkämpfen, benennt
Unterschiede und Gemeinsamkeiten – und versucht, einen Weg zwischen Beliebigkeit und Besserwisserei, zwischen Sektierertum und Einheitsfront zu finden und dabei das
Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: eine befreite Gesellschaft, in der ein gutes Leben für alle möglich ist.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
How to Awareness in der Veranstaltungsplanung
Workshop mit Awareness for all e.V.
Die Veranstaltung ist geplant, alles ist organisiert – aber was macht ihr eigentlich, wenn jemand eine Grenze überschreitet? Wie geht ihr mit übergriffigem Verhalten um und gibt es Strategien für den Umgang mit Menschen, denen es auf der Veranstaltung nicht gut geht? Gemeinsam mit euch wollen wir die Prinzipien der Awareness-Arbeit kennenlernen und ausprobieren, wie sich diese mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen. Dabei geben wir euch erste Impulse mit auf den Weg, die in keinem Awareness-Konzept fehlen dürfen.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Nordhäuser Zustände –
Ein Blick auf die extrem rechte Szene
Vortrag von Tim Rosenstock
Die größte Stadt Nordthüringens steht in ihrer Entwicklung beispielhaft für viele Regionen Ostdeutschlands seit der Wiedervereinigung. Zentrale Organisationen der extrem rechten und völkischen Szene haben hier Fuß gefasst und sich bundesweit vernetzt. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung und Wandlung der Szene und zeigt auf, warum auch vermeintliche „Ruhephasen“ kein Grund sind, antifaschistische Arbeit aus dem Fokus zu verlieren.
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- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Nie wieder was genau eigentlich?
Vortrag und Austauschraum mit Joël Ben-Yehoshua
„Nie wieder ist jetzt“ ist eine Losung, die man in den letzten Jahren immer wieder hört. Dabei schwingt stets, mal mehr, mal weniger diffus, eine Bezugnahme auf die
Shoah, die Vernichtung des europäischen Judentums mit. Besonders krass war der Missbrauch der Geschichte, als Corona-Leugner:innen die Schutzmaßnahmen der Regierung
mit der Judenpolitik des NS gleichsetzten und sich dabei selbst als antifaschistisch inszenierten.
In meinem Vortrag möchte ich aufzeigen, wie sich
entwürdigende instrumentelle Bezugnahmen auf jüdisches Leiden in verschiedensten politischen Spektren finden und integraler Bestandteil der sogenannten
„Erinnerungskultur“ sind. Im Anschluss daran möchte ich mich mit euch über eure Erfahrungen austauschen und diskutieren, wie man sich in Zeiten, in denen
Antisemitismus und Autoritarismus erstarken, erinnern soll, ohne sich an der Vergangenheit oder der Gegenwart zu vergehen.
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- Sprache: deutsch
- Übersetzung in englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Der Weg zur Knechtschaft –
Programm, Ideologie und Hintergründe der rechtslibertären Strömung
Vortrag von Jonathan Eibisch
Im Juli 2026 fand in Sachsen-Anhalt zum zweiten Mal das Afuera!-Fest statt – es kamen wieder einmal Rechtslibertäre, Kryptoideolog*innen, hochrangige AFDler*innen
und sogenannte Anarchokapitalist*innen zusammen. Ihre Netzwerke bestehen schon seit langem, unter anderem durch die Hayek Gesellschaft und die Zeitschrift
eigentümlich frei. Doch mit der Wahl von Javier Milei und dem Einfluss von Elon Musk, Peter Thiel und anderen, erhält diese Strömung neuen Auftrieb und organisiert
sich besser. Die Rechtslibertären formieren sich zunehmend als eigenständiges politisches Lager. Der deutlichste Ausdruck dafür ist die von Frauke Petry gegründete
Partei „Team Freiheit“. – Zu der unter anderem auch der Ex-FDPler Thomas Kemmerich gewechselt ist. Doch auch innerhalb der AfD sind rechtslibertäre Positionen stark
vertreten. Sie zeichnen sich dadurch aus, das sie sich von demokratischen Positionen und Grundverständnissen verabschiedet haben und offensiv den Klassenkampf von
oben organisieren. Dazu bedienen sie sich eines Konzepts von Anti-Politik. Unter ihnen gibt es auch sogenannte Anarchokapitalist*innen, die Kleinstaaten als
Privatunternehmen durchsetzen wollen. In diesem Zusammenhang fordern sie die Ausweitung von Sonderwirtschaftszonen, Gated Communities und Steuerparadiesen.
Im
Vortrag werden Akteure, ideologische Hintergründe und Positionen der Rechtslibertären betrachtet und erläutert.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in Englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Gegen den Bolsonarismus – Antworten brasilianischen Gewerkschaften
Vortrag von aprender juntos e.V.
„Wir haben Bolsonaro nicht überstanden, nur überlebt.“ Sagen uns immer wieder Militante aus Brasilien. Die gesellschaftlichen Kräfte, die seinen Aufstieg ermöglicht haben, sind ganz sicher noch da. In Brasilien haben Gewerkschaften und soziale Bewegungen während seiner Präsidentschaft gegen Gewalt, Sozialabbau und den autoritären Umbau des Staates gekämpft.
Doch wie sah dieser Widerstand konkret aus? Welche Rolle spielten die Gewerkschaften? Wie wurde mobilisiert? Und welche Erfahrungen wurden in den Auseinandersetzungen mit Bolsonaro und der brasilianischen Rechten gemacht? Was können wir aus Deutschland lernen?
Der Vortrag soll Raum geben, Erfahrungen aus Brasilien kennenzulernen und gemeinsam darüber zu reden, was wir aus internationale Solidarität lernen können.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in Englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein
Sex als Ware – Prostitution/Sex-Arbeit zwischen Kapitalismus und Patriarchat.
Workshop mit dem Keine Liebe Kollektiv
In diesem Workshop wollen wir uns die linke und feministische Spaltung zum Thema Prostitution vs. Sex-Arbeit anschauen und versuchen, ihre theoretischen Implikationen zu rekonstruieren. Im Zuge dessen wollen wir uns anschauen, welche Annahmen zum Geschlechterverhältnis, zum Tauschverhältnis, zu Konsens und Freiwilligkeit den jeweiligen Konfliktparteien zugrunde liegen.
In einem zweiten Teil des Workshops wollen wir uns dem Thema empirisch nähern: Aus welchen Gründen sind Frauen in der Prostitution/Sex-Arbeit tätig? Welche Männer kaufen Sex und welche Prostitutionspolitiken gibt es in unterschiedlichen Ländern in Europa?
Abschließend diskutieren wir, welche Perspektiven für linke und feministische Arbeit erstrebenswert sind.
Infos zum Workshop
- Beschreibung in leichter Sprache: nein
- Sprache: deutsch
- Übersetzung in Englisch: nein
- Übersetzung in leichte Sprache: nein
- Gebärdenübersetzung: nein
- Material im Vorfeld verfügbar: nein

